LROP: Niedersachsen darf die Energiewende nicht selbst ausbremsen

LROP: Niedersachsen darf die Energiewende nicht selbst ausbremsen

03.09.2026

LEE kritisiert Flächenbremsen für Photovoltaik und Windenergie

Hannover, 03.09.2026 – Niedersachsen hat sich ambitionierte und rechtsverbindliche Ziele für den Ausbau der Erneuerbaren Energien gesetzt. Der überarbeitete Entwurf des neuen Landesraumordnungsprogramms (LROP) droht jedoch aus Sicht des Landesverbandes Erneuerbare Energien Niedersachsen/Bremen (LEE Niedersachsen/Bremen), genau diesen Ausbau an entscheidenden Stellen auszubremsen.

„Das Land kann nicht einerseits 30 Gigawatt Windenergie und 15 Gigawatt Freiflächen-Photovoltaik bis 2035 fordern und andererseits die dafür notwendigen Flächen immer weiter verknappen“, sagt Bärbel Heidebroek, Vorsitzende des LEE Niedersachsen/Bremen. „Das LROP darf nicht zur Flächenbremse für die Energiewende werden.“

Photovoltaik: Mehr Ausschlüsse, weniger kommunale Freiheiten

Besonders kritisch sieht der LEE Niedersachsen/Bremen die geplanten Vorgaben für Freiflächen-Photovoltaik. Der Entwurf schließt diese auf weiten Teilen des Offenlands aus und beschneidet damit nach Auffassung des Verbands auch die Handlungsspielräume der Kommunen.

„Die Kommunen wissen selbst am besten, welche Flächen vor Ort geeignet sind. Anstatt ihnen mit pauschalen Ausschlüssen immer mehr Entscheidungen abzunehmen, sollte das Land Raum für kommunale Lösungen lassen“, so Heidebroek.

Im Gegensatz zur Windenergie gibt es für die Photovoltaik weder ein bundesrechtliches Flächenziel noch ein Positivplanungsregime. Somit ist die Landesraumordnung das entscheidende Instrument, um die Flächenverfügbarkeit systematisch zu beeinflussen. „Umso problematischer ist es, wenn dieses Instrument vor allem zur Verknappung eingesetzt wird“, betont Heidebroek.

Wind und Speicher dürfen nicht vom Netz ferngehalten werden

Auch bei der Windenergie sieht der LEE Niedersachsen/Bremen Rückschritte. Die im ersten Entwurf vorgesehene Öffnung bestimmter Vorranggebiete Wald für die Windenergienutzung wurde gestrichen. Gleichzeitig droht ein neuer Freihaltekorridor entlang von Höchstspannungsleitungen ausgerechnet Flächen zu blockieren, an denen Netzanschlusskapazitäten besonders gut erschließbar sein können.

„Das ist energiewirtschaftlich widersinnig“, sagt Heidebroek. „Wir müssen Wind, Photovoltaik und Speicher endlich zusammen denken. Die gemeinsame Nutzung von Netzanschlüssen kann Infrastruktur besser auslasten, Kosten senken und den Netzausbau entlasten.“

Positiv: Energieinfrastruktur wird stärker abgesichert

Ausdrücklich begrüßt der LEE Niedersachsen/Bremen, dass der überarbeitete Entwurf Wasserstoffnetze, Speicher und Netzverknüpfungen stärker raumordnerisch absichert als das bisherige LROP.

„Das ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung“, so Heidebroek. „Erneuerbare Energien sind längst ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Niedersachsen. Sie schaffen Wertschöpfung vor Ort und stärken die Versorgungssicherheit. Das neue LROP muss diese Entwicklung ermöglichen, statt sie durch pauschale Ausschlüsse auszubremsen. Ansonsten droht Niedersachsen, seine Ausbauziele zu verfehlen.“

Stellungnahme zur Fortschreibung des LROP

 

Pressekontakt:

Helge Gülzau
Pressesprecher
Landesverband Erneuerbare Energien Niedersachsen/Bremen e.V.
Herrenstraße 6 | 30159 Hannover
Tel.: 0511 – 123247-12
Mobil: +49 (0) 151 18065007
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