Energiewende regional planen: LEE Niedersachsen/Bremen unterstützt Energiewenderechner
15.09.2026
Digitales Tool bringt Erzeugung, Verbrauch und Flexibilität zusammen – über 900 Kommunen in Niedersachsen können den Rechner künftig nutzen
Berlin/Hannover, 15.09.2026 – Die Energiewende wird vor Ort entschieden und erfordert daher eine Planung, die regionale Besonderheiten und Energiebedarfe berücksichtigt. Der heute durch den Bundesverband Erneuerbare Energien e. V. (BEE) veröffentlichte Energiewenderechner schafft hierfür eine neue Grundlage. Insgesamt 305 Unternehmen, Verbände, Institutionen und öffentliche Akteure unterstützen das Projekt, darunter auch der Landesverband Erneuerbare Energien Niedersachsen/Bremen (LEE Niedersachsen/Bremen).
„Für eine erfolgreiche Energiewende brauchen wir mehr als abstrakte Zielbilder. Der Energiewenderechner hilft dabei, ein gemeinsames Verständnis dafür zu entwickeln, wo Energie erzeugt und verbraucht wird und wie sich beides intelligent miteinander verbinden lässt“, sagt Silke Weyberg, Geschäftsführerin des LEE Niedersachsen/Bremen.
Energiewende von unten denken
Anstatt ausschließlich bundesweite Szenarien zu betrachten, ermöglicht der Energiewenderechner eine vorausschauende Planung des regionalen Ausbaus und eine stärkere Ausrichtung am tatsächlichen Verbrauch. Gerade für Kommunen eröffnet sich dadurch eine neue Möglichkeit, die Energiewende und ihre Chancen vor Ort planbarer und nutzbarer zu machen.
„Die Kommunalwahlen in Niedersachsen haben gerade erst gezeigt, wie wichtig die kommunale Ebene für das Gelingen der Energiewende ist. Wir wollen die Kommunen in ihrer Rolle als aktive Gestalter der Energiewende stärken. Dafür benötigen sie gute Daten und Werkzeuge, um fundierte Entscheidungen treffen zu können“, so Weyberg.
Der Energiewenderechner zeigt dabei nicht nur ein mögliches Zielbild. Nutzer können selbst verschiedene Szenarien verändern, vergleichen und weiterentwickeln. Landkreise lassen sich sowohl einzeln als auch gemeinsam simulieren und anschließend bis auf die Landes- und Bundesebene zusammenführen. Neben Erneuerbaren Energien berücksichtigt der Rechner auch die Bereiche Verbrauch, Speicher, Elektromobilität, Power-to-Heat und Elektrolyse.
Gemeinsame Datengrundlage für die nächste Phase der Energiewende
Der Energiewenderechner schafft somit eine gemeinsame Datengrundlage, Simulationsebene und Kommunikationsbasis. Dadurch werden Ergebnisse transparenter, vergleichbarer und nachvollziehbarer. Das ist entscheidend für die nächste Phase der Energiewende. Denn es geht nicht mehr nur darum, wie viel Erneuerbare Energien ausgebaut werden, sondern auch darum, wo, wann und in welchem Zusammenspiel Energie erzeugt, gespeichert und verbraucht wird.
„Die zweite Hälfte der Energiewende ist die Phase der Systemintegration“, betont Dr. Matthias Stark, Leiter des Fachbereichs Erneuerbare Energiesysteme beim BEE. „Die Energiewende wird dezentral gebaut, also müssen wir sie auch dezentral verstehen und planen.“
Mit der Veröffentlichung beginnt nun die praktische Anwendung. Der Energiewenderechner steht ab sofort für die regionale Planung und Simulation in ganz Deutschland zur Verfügung. Damit können auch die mehr als 900 Kommunen in Niedersachsen das Tool als Hilfsmittel für die Gestaltung ihrer Energiezukunft nutzen.
Pressekontakt:
Helge Gülzau
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