EEG 2027 und Netzpaket: Reiche gefährdet Wachstumsbranche – Niedersächsische Abgeordnete gefragt

EEG 2027 und Netzpaket: Reiche gefährdet Wachstumsbranche – Niedersächsische Abgeordnete gefragt

23.07.2026

Hannover, 23.07.2026 – Niedersachsen behauptet auch im ersten Halbjahr 2026 seine Spitzenposition bei der Windenergie an Land. Mit 89 neu in Betrieb genommenen Windenergieanlagen und einer Gesamtleistung von 516 Megawatt liegt das Bundesland beim Zubau nur knapp hinter Nordrhein-Westfalen auf dem zweiten Platz im Ländervergleich. Gleichzeitig wurden landesweit 85 ältere Anlagen mit einer Gesamtleistung von 135 Megawatt außer Betrieb genommen.

Insbesondere beim Repowering setzt Niedersachsen im selben Zeitraum bundesweit Maßstäbe: 47 modernisierte Anlagen sorgen für weitere 297 Megawatt zusätzliche Leistung. Damit entfallen fast 40 Prozent der im Repowering bundesweit realisierten Leistungssteigerung auf Niedersachsen.

Insgesamt stehen im Land nun 6.251 Windenergieanlagen mit einer installierten Gesamtleistung von 14.322 Megawatt. Dies entspricht 20,5 Prozent der bundesweit installierten Windenergieleistung an Land. Damit führt Niedersachsen den Ländervergleich im Gesamtbestand weiterhin mit großem Abstand an.

Niedersachsens Windenergiebranche bleibt Motor der Energiewende

Auch bei den Perspektiven für den weiteren Ausbau liegt Niedersachsen bundesweit an der Spitze. So gingen im ersten Halbjahr 2026 Zuschläge für Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 1.584 Megawatt nach Niedersachsen – mehr als in jedes andere Bundesland. Gleichzeitig wurden im Land 291 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 1.860 Megawatt neu genehmigt, was ebenfalls den Spitzenwert im Ländervergleich darstellt.

„Die Halbjahresbilanz zeigt eindrucksvoll, welches Potenzial in der Windenergiebranche in Niedersachsen steckt und welche Bedeutung sie für unseren Wirtschaftsstandort hat. Sie ist der Motor der Energiewende in Deutschland“, erklärt Bärbel Heidebroek, Vorsitzende des Landesverbandes Erneuerbare Energien Niedersachsen/Bremen e. V. (LEE Niedersachsen/Bremen).

Reiche gefährdet Milliardeninvestitionen

Doch damit die genehmigten und bezuschlagten Projekte nun auch zügig umgesetzt werden können, benötigt die Branche die entsprechenden politischen Rahmenbedingungen. Mit Sorge blickt der LEE Niedersachsen/Bremen deshalb auf die aktuellen Gesetzesentwürfe von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche zur Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und zum sogenannten Netzpaket. Insbesondere der darin geplante Redispatch-Vorbehalt würde den Ausbau der Erneuerbaren Energien in weiten Teilen Niedersachsens praktisch zum Erliegen bringen.

„Die Wirtschaftlichkeit vieler Projekte wäre nicht mehr gegeben. Allein in Niedersachsen stehen Investitionen in Höhe von bis zu 32 Milliarden Euro in Erneuerbare Energien auf dem Spiel“, betont Heidebroek. „Wer diese Investitionen ausbremst, gefährdet Wertschöpfung, Arbeitsplätze und die Energiewende.“

Appell an Landespolitik: Nachbesserungen dringend notwendig

Der LEE Niedersachsen/Bremen appelliert deshalb an die Landesregierung und die niedersächsischen Abgeordneten, sich im weiteren Gesetzgebungsprozess dafür einzusetzen, dass die vorgelegten Entwürfe an den kritischen Stellen grundlegend überarbeitet werden.

„Niedersachsen wäre von den aktuellen Gesetzesentwürfen besonders betroffen. Gerade unsere Kommunen und die Bürgerinnen und Bürger vor Ort würden die Folgen einer solchen Investitionsbremse unmittelbar spüren“, so Heidebroek abschließend.

PDF-Download Status Windenergieausbau an Land in Deutschland – 1. Halbjahr 2026

Excel-Download Windenergieausbau an Land nach Landkreisen und Städten – 1. Halbjahr 2026

Zur Stellungnahme zum Netzpaket

Zur Stellungnahme zum EEG 2027

 

Pressekontakt:

Helge Gülzau
Pressesprecher
Landesverband Erneuerbare Energien Niedersachsen/Bremen e.V.
Herrenstraße 6 | 30159 Hannover
Tel.: 0511 – 123247-12
Mobil: +49 (0) 151 18065007
h.guelzau@lee-nds-hb.de | www.lee-nds-hb.de

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