Biogas-Ausschreibung: Weniger flexible Leistung wäre das falsche Signal

Biogas-Ausschreibung: Weniger flexible Leistung wäre das falsche Signal

03.11.2026

Niedersachsen erzielt größtes Zuschlagsvolumen / LEE fordert deutlich mehr Ausschreibungsvolumen für Biogas und Biomethan statt Kürzungen im neuen EEG

Hannover, 03.11.2026 – Die Bundesnetzagentur hat die Ergebnisse der Biomasse-Ausschreibung zum 01. Oktober 2026 veröffentlicht. Erneut blieb die Ausschreibung unterzeichnet. Aufgrund gesetzlicher Vorgaben musste die Bundesnetzagentur das Ausschreibungsvolumen sogar noch einmal reduzieren und konnte nur Zuschläge im Umfang von 80 Prozent des Volumens der zugelassenen Gebote erteilen. Bei einer ursprünglich ausgeschriebenen Menge von 617 Megawatt (MW) erhielten dadurch am Ende lediglich 244 Gebote mit einem Gesamtvolumen von 319 MW einen Zuschlag.

Mit 85 MW und 66 Zuschlägen erhielt Niedersachsen den größten Anteil am Zuschlagsvolumen. Damit gingen mehr als ein Viertel der bundesweiten Zuschläge nach Niedersachsen. Für den Landesverband Erneuerbare Energien Niedersachsen/Bremen e. V. (LEE) unterstreicht das die Leistungsfähigkeit und Investitionsbereitschaft der heimischen Biogasbranche.

Mehr Flexibilität statt weniger Bioenergie

Der Verband warnt allerdings davor, dass die erneute Unterzeichnung nicht zu dem Fehlschluss führen darf, dass künftig weniger Bioenergie benötigt wird. Ein Energiesystem mit einem wachsenden Anteil volatiler Erneuerbarer Energien braucht mehr flexible und gesicherte Leistung, statt weniger. Biogasanlagen können genau diese Leistung bereitstellen und insbesondere in Zeiten von Dunkelflauten einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten.

„Es wäre ein fataler Fehler, aus den aktuellen Ausschreibungsergebnissen den Schluss zu ziehen, das Ausschreibungsvolumen weiter zu reduzieren. Wer die Bioenergie vom Markt verdrängt, entzieht unserem Energiesystem wertvolle Kapazitäten, verunsichert Investoren und verschärft die Herausforderungen für die Versorgungssicherheit“, erklärt Silke Weyberg, Geschäftsführerin des LEE Niedersachsen/Bremen.

EEG-Novelle muss Investitionsperspektiven schaffen

Der bisherige Entwurf des neuen EEG sieht eine Halbierung des jährlichen Ausschreibungsvolumens für Biogas und Biomethan auf rund 0,5 Gigawatt vor. Der LEE Niedersachsen/Bremen fordert jedoch mindestens 2.500 MW pro Jahr. Die aktuelle Unterzeichnung sei nämlich kein Beleg für fehlenden Bedarf, sondern auch Ausdruck unzureichender wirtschaftlicher Perspektiven. Viele Anlagenbetreiber würden angesichts der unsicheren Rahmenbedingungen auf die Ergebnisse der EEG-Novelle warten.

„Die große Nachfrage und das bundesweit höchste Zuschlagsvolumen in Niedersachsen zeigen das Potenzial unserer Biogasbranche. Viele Betreiber sind bereit, ihre Anlagen weiterzuentwickeln, zu erweitern und zu flexibilisieren. Die Politik muss ihnen dafür endlich verlässliche Perspektiven geben. Es wäre volkswirtschaftlich unsinnig, die vorhandene und künftig dringend benötigte Leistung aufs Spiel zu setzen, statt sie für die Energiewende zu nutzen“, so Weyberg.

 

Pressekontakt:

Helge Gülzau
Pressesprecher
Landesverband Erneuerbare Energien Niedersachsen/Bremen e.V.
Herrenstraße 6 | 30159 Hannover
Tel.: 0511 – 123247-12
Mobil: +49 (0) 151 18065007
h.guelzau@lee-nds-hb.de | www.lee-nds-hb.de

Teile diesen Beitrag!