„Ab heute muss Politik liefern“: Niedersachsens LEE-Chefin im Wirtschaftsausschuss des Bundestages

„Ab heute muss Politik liefern“: Niedersachsens LEE-Chefin im Wirtschaftsausschuss des Bundestages

22.06.2026

Berlin/Hannover, 22.06.2026 – In der Debatte um Erdkabel- oder Freileitungen bei Höchstspannungstrassen hat die Chefin des Landesverbands Erneuerbare Energien Niedersachsen/Bremen, Silke Weyberg, klare Kriterien gefordert. Die LEE-Geschäftsführerin war am Montag als Expertin in einer Anhörung des Wirtschaftsausschusses im Bundestag eingeladen. Thema war die erneute Änderung des Bundesbedarfsplangesetzes. „Die jahrzehntelangen Diskussionen um die Trassen müssen endlich ein Ende haben: Ab heute muss die Politik liefern.“

Mit rund 30 Anlandungsprojekten ist kaum eine Region so stark vom Bundesbedarfsplangesetz betroffen wie Niedersachsen. In der Sitzung machte Weyberg konkrete Vorschläge für Kriterien, um das Tempo zu erhöhen, ohne die Akzeptanz der Bevölkerung für die Energiewende zu verlieren. Ein zentraler Punkt war für sie dabei, eine Trasse immer vollständig als Erdkabel oder als Freileitung zu planen – ein Wechsel innerhalb einer Trasse soll ausgeschlossen sein. Dies sei ein wichtiger Schlüssel für eine echte Beschleunigung.

Höhere Akzeptanzabgabe für Freileitungs-Standorte

Darüber hinaus müsse die Entscheidung für Freileitung oder Erdkabel bereits vor Beginn der Genehmigungsverfahren feststehen, damit kein zeitraubender Systemvergleich im laufenden Verfahren nötig werde. Und: Die Kriterien für eine Erdverkabelung müssten transparent und nachvollziehbar sein – etwa anhand der Flächenbelastung einzelner Regionen mit Trassenkilometern.

Als zusätzliches Instrument bringt der Verband eine höhere, jährlich zahlbare Akzeptanzabgabe für Freileitungs-Standorte ins Spiel – orientiert an den Erfahrungen aus der Windenergie, wo Kommunen jährlich zwischen 25.000 und 35.000 Euro über 20 Jahre erhalten. Die bisherige einmalige Zahlung von 40.000 Euro reiche dafür nicht aus.

Gesamtkonzept statt Einzelmaßnahmen

Weyberg kritisiert zudem, dass die Netzplanung bislang losgelöst von einem übergeordneten Energieszenario erfolge: „Es werden keine regionalen Abnahmen mitberücksichtigt. Moleküle und Elektronen werden nicht zusammen gedacht.“ Sie forderte, regionale Verbrauchsschwerpunkte, die Nutzung von Strom hinter dem Netzanschlusspunkt sowie den Ausbau des Wasserstoffkernnetzes konsequent mitzudenken – und dies zügig in eine nationale Energiestrategie zu überführen.

„Was auf keinen Fall passieren darf, ist, dass eine Leitung sowohl als Freileitung als auch als Erdverkabelung geplant wird“, machte die LEE-Geschäftsführerin im Gespräch mit Agenda Niedersachsen noch einmal deutlich. Genau hier, in der frühen und verbindlichen Klärung der Bauweise, sieht sie den Schlüssel zu einer echten Beschleunigung – ohne die Akzeptanz vor Ort zu verspielen.

 

Pressekontakt:

Helge Gülzau
Pressesprecher
Landesverband Erneuerbare Energien Niedersachsen/Bremen e.V.
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Mobil: +49 (0) 151 18065007
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