Niedersachsen geht voran: Branche fordert Kurskorrektur auf Energieministerkonferenz
04.05.2026
Hannover, 04.05.2026 – Niedersachsen hat Anfang des Jahres den Vorsitz der Energieministerkonferenz (EnMK) der Länder übernommen. Mit Blick auf die vom 20. bis zum 22. Mai 2026 auf Norderney stattfindende EnMK fordert der Landesverband Erneuerbare Energien Niedersachsen/Bremen e. V. (LEE Niedersachsen/Bremen) eine grundlegende Überarbeitung der bisherigen Gesetzesentwürfe von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche.
„Die Energiewende steht vor wichtigen politischen Weichenstellungen. Was wir jetzt brauchen, sind konkrete Entscheidungen für systemische Maßnahmen, die die Netze entlasten und gleichzeitig den weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien ermöglichen“, erklärt Bärbel Heidebroek, Vorsitzende des LEE Niedersachsen/Bremen. „Hierzu braucht es endlich einen Austausch auf Augenhöhe zwischen Politik, Branche und Netzbetreibern. Wir begrüßen daher ausdrücklich, dass Niedersachsen vorangeht und unsere Forderung nach einem Netzgipfel aufgegriffen hat. Der Austausch mit den beteiligten Akteuren noch vor der Energieministerkonferenz auf Norderney ist ein wichtiges Signal in Richtung Bundespolitik.“
Auch die heutige Vorstellung des Energiewendeberichts 2025 durch das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz (MU) zeige, dass Niedersachsen beim Ausbau der Erneuerbaren Energien auf dem richtigen Weg sei. Nun komme es darauf an, den Wirtschaftsstandort nicht auszubremsen, sondern verlässliche Rahmenbedingungen für geplante Investitionen zu schaffen. Allein in Niedersachsen würden Investitionen in Erneuerbare Energien von bis zu 32 Milliarden Euro auf dem Spiel stehen.
NetZero Nordwest Deutschland stärkt Niedersachsen als Energieland Nr. 1
Vor diesem Hintergrund begrüßt der LEE Niedersachsen/Bremen die Anerkennung von „NetZero Nordwest Deutschland“ als „Net-Zero-Valley „durch die Niedersächsische Landesregierung.
„Die Entscheidung stärkt Innovationen, regionale Wertschöpfung und die Rolle Niedersachsens als Energieland Nummer 1“, betont Heidebroek. „Der Nordwesten wird damit zu einem zentralen Standort für die Entwicklung klimaneutraler Technologien. Das ist ein klares Signal für die Branche der Erneuerbaren Energien als wichtigen Wirtschaftsfaktor in Niedersachsen.“
Aus Sicht des Verbands unterstreicht die Entscheidung die Bedeutung des Ausbaus Erneuerbarer Energien für die Industrie, für Arbeitsplätze und für die kommunale Entwicklung gleichermaßen.
Moor-Photovoltaik in Varel als Beispiel für innovative Energiewendeprojekte
Wie innovative und regionale Energiewendeprojekte in der Praxis aussehen können, zeigte der Besuch des Arbeitskreises Solarenergie des LEE Niedersachsen/Bremen bei der Eröffnung der Moor-Photovoltaikanlage in Varel. Die Anlage liegt ebenfalls im Gebiet von des „NetZero Nordwest Deutschland“ und verbindet klimafreundliche Stromerzeugung mit zukunftsfähiger Flächennutzung.
Der moderne Solarpark stehe beispielhaft für die Verbindung von Landwirtschaft, Energiewirtschaft, regionalen Unternehmen und Investoren. Neben Grußworten von Ministerpräsident Olaf Lies, Landrat Sven Ambrosy und Bürgermeister Gerd-Christian Wagner erhielten die Teilnehmer im Rahmen einer Führung Einblicke in die Anlage und deren Funktionsweise.
Betreiber Lars Kaper erklärt hierzu: „Unsere Moor-PV-Anlage zeigt: Stromerzeugung und Wiedervernässung lassen sich hervorragend verbinden – Klimaschutz im Doppelpack. Dass dieses Projekt gelungen ist, liegt auch an der exzellenten Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde vor Ort. Damit solche Vorzeigeprojekte in Niedersachsen aber kein Einzelfall bleiben, braucht es passendere Rahmenbedingungen – vor allem realistischere Realisierungsfristen im EEG und Fördersätze, die den Mehraufwand auf Moorflächen tatsächlich abbilden.“
Für den LEE Niedersachsen/Bremen zeigt das Projekt in Varel beispielhaft, welches Potenzial in innovativen Projekten der Erneuerbaren Energien steckt – sowohl für den Klimaschutz als auch für regionale Wertschöpfung und wirtschaftliche Entwicklung. Nun müsse die Politik die richtigen Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Systemintegration der Erneuerbaren Energien schaffen. Hierzu fordert der Verband unter anderem den netzdienlichen Ausbau von Speichern.
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