LEE Niedersachsen/Bremen auf der Energieministerkonferenz: Erneuerbaren-Branche, Netzbetreiber und Wirtschaft legen gemeinsames Forderungspapier vor
21.05.2026
Hannover, 21.05.2026 – Anlässlich der Energieministerkonferenz (EnMK) der Länder vom 20. bis 22. Mai 2026 auf Norderney fordert der Landesverband Erneuerbare Energien Niedersachsen/Bremen e. V. (LEE Niedersachsen/Bremen) einen grundlegenden Kurswechsel in der Energiepolitik von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche. Im Mittelpunkt stehen schnellere Genehmigungen, ein beschleunigter Netzausbau sowie systemische Lösungen, die Netzengpässe reduzieren und gleichzeitig den weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien ermöglichen.
Vor der EnMK, deren Vorsitz Niedersachsen zu Beginn des Jahres übernommen hat, kamen Vertreterinnen und Vertreter der Landespolitik, der niedersächsischen Netzbetreiber sowie der Branche der Erneuerbaren Energien zu einem gemeinsamen Austausch zusammen. Ergebnis dieses Branchentreffens ist ein gemeinsames Forderungspapier der Unternehmerverbände Niedersachsen (UVN), der Netzbetreiber EWE und Avacon sowie des LEE Niedersachsen/Bremen, das konkrete Vorschläge für die Transformation des Energiesystems enthält.
„Wir begrüßen ausdrücklich den konstruktiven Austausch in Niedersachsen zwischen Landespolitik, Netzbetreibern und der Branche der Erneuerbaren Energien. Genau diesen Schulterschluss braucht es jetzt auch auf Bundesebene“, erklärt Bärbel Heidebroek. „Die Energiewende gelingt nur mit einem gemeinsamen energiepolitischen Leitbild, auf dessen Grundlage konkrete und verlässliche Entscheidungen getroffen werden können.“
Deutschlandgeschwindigkeit beim Netzausbau
Aus Sicht des LEE Niedersachsen/Bremen muss die EnMK nun ein klares Signal an die Bundespolitik senden: Der Netzausbau muss endlich mit derselben Priorität und Geschwindigkeit vorangetrieben werden wie der Ausbau der Erneuerbaren Energien.
„Netzausbauzeiten von zehn Jahren sind für den Wirtschaftsstandort Deutschland nicht akzeptabel“, betont Bärbel Heidebroek. „Wer Wirtschaftswachstum will, darf jetzt nicht auf die Bremse drücken, sondern muss Tempo machen. Wir brauchen deshalb echte Deutschlandgeschwindigkeit beim Netzausbau – mit schnelleren Genehmigungen, weniger Bürokratie und deutlich mehr Digitalisierung.“
Nutzen statt abregeln
In dem gemeinsamen Forderungspapier sprechen sich die Verfasser zudem für einen grundlegenden Paradigmenwechsel im Umgang mit Netzengpässen aus. Anstatt erneuerbare Anlagen abzuregeln, müsse überschüssiger Strom künftig einfacher vor Ort genutzt werden können, etwa durch Speicher, Wärmepumpen, Elektrolyseure oder flexible industrielle Verbraucher.
„Es ist volkswirtschaftlich unsinnig, erneuerbaren Strom abzuregeln, während gleichzeitig fossile Energieimporte und hohe Energiepreise die Wirtschaft belasten“, so Bärbel Heidebroek. „Unser Ziel muss sein: nutzen statt abregeln. Dadurch können wir vorhandene Erzeugungskapazitäten effizienter nutzen und gleichzeitig den Netzausbaubedarf reduzieren.“
Erwartung an die Energieministerkonferenz
Von der Energieministerkonferenz auf Norderney erwartet der LEE Niedersachsen/Bremen, dass die gemeinsamen Forderungen Eingang in die weiteren Beratungen auf Bundesebene finden. Der Verband betont die Notwendigkeit einer grundlegenden Überarbeitung der aktuellen Gesetzesentwürfe von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche.
„Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten müssen Versorgungssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und Klimaschutz gemeinsam gedacht werden“, so Bärbel Heidebroek abschließend. „Erneuerbare Energien stärken nicht nur die regionale Wirtschaft, sondern ermöglichen auch eine sichere Versorgung mit heimischer Energie. Dafür sind jetzt mutige, pragmatische und systemdienliche Entscheidungen nötig, um die Netze an die Anforderungen des heutigen Energiesystems anzupassen, ohne die Erneuerbaren Energien auszubremsen.“
Forderungspapier – UVN, Avacon, EWE AG, LEE Niedersachsen/Bremen
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